exklusives Interview:

RuhrpottVlog im Veggie-Journal

Ich wurde Ende letzten Jahres eingeladen, Teil der großartigen Weihnachtsausgabe des „Veggie Journal“ zu sein!

Natürlich sage ich bei einer Anfrage von einem meiner liebsten Koch- & Lifestyle-Magazine nicht nein! Da die Ausgabe regulär am Kiosk nicht mehr zu haben ist, dachte ich mir, ich lade euch die Inhalte hier hoch…

Zum Veggie-Journal

Achtsames Genießen als Botschaft: Sebastian aus Essen hat zum Thema „vegan kochen – bewusst leben“ auf seiner Internetseite www.ruhrpottvlog.com nicht nur einen einen Online-Blog, sondern ist auch leidenschaftlicher Youtuber. Für uns zauberte er ein Vier-Gänge-Festtagsmenü, das wohl jedes Genießer-Herz höher schlgen lässt. Im Interview erzählt er und, was das Bloggen mit sich bringt und wie er damit umgeht, mit seinem omnivoren Lebensgefährten zusammenzuleben.

Von Susanna Hanneke.

Lieber Sebastian, wie alt bist du und wie lange lebst du
schon vegan?

Oje, die Altersfrage. (lacht) Die habe ich bisher immer umgangen – aber was soll’s: lch werde immer für deutlich jünger gehalten, aber ich bin dieses Jahr 30 geworden. Und komplett vegan lebe ich bisher noch gar nicht. Das heißt, immer wenn ich die Wahl habe oder selber koche, esse ich vegan und achte auch bei Putzmitteln und Körperpflegeprodukten darauf.

Und was fehlt dir dann zum Veganer?

Erstens möchte ich mich nicht in so eine Schublade stecken lassen. Ich habe oft das Feedback bekommen, dass es die Leute weniger abschreckt, wenn ich ehrlich sage, dass ich nur Teilzeit-Veganer bin – und nicht mit erhobenem Zeigefinger predige.

Und zweitens fehlt bei mir wohl noch ein kleiner Schritt: Wenn ich zum Geburtstag eingeladen bin und es dort nur vegetarisches Essen gibt, dann esse ich das trotzdem. Da ich seit meinem sechsten Lebensjahr Vegetarier bin, würde ich Fleisch und Fisch jedoch auf keinen Fall essen. Zwischen diesen Tieren mache ich auch keinen Unterschied; Fische sind auch fühlende Wesen.

Das stimmt. Hast du denn auch vegetarische Gerichte auf
deinem Blog?

Nein, auf meinem Blog und YouTube-Kanal präsentiere ich nur vegane Rezepte. Seit ich vor gut zwei Jahren damit begonnen habe, beschäftige ich mich sehr intensiv mit Veganismus.

Damals habe ich zu Beginn die 30-Tage-Challenge von Attila Hildmann absolviert und darüber gebloggt. Ursprünglich sollte das also ein zeitlich begrenztes Projekt werden. Doch dann hatte ich innerhalb kürzester Zeit so viele „Fans“, dass ich im Anschluss einfach weiter bloggte.

Wie ist es dir mit der Challenge ergangen?

Körperlich sehr gut, meine Blutwerte waren und sind top, allerdings fand ich es anfangs sehr stressig. lch hatte mich streng an die Zutaten und Mengenangaben gehalten und das war ziemlich anstrengend. Als ich diesen Sommer dann mit Attila zusammen gekocht habe, verstand ich seine Küche ganz anders. Letzendlich ist alles viel lockerer gemeint. Und er zaubert alles total entspannt, mal eben in zwei Minuten locker aus dem Handgelenk. (lächelt) Ein paar Sachen habe ich aus der Challenge auch beibehalten.

Und die waren?

So Kleinigkeiten wie zum Beispiel, Mandelmus zu verwenden. Außerdem mache ich seitdem viel reflektierter und bewusster meine Einkäufe. Ich achte stärker auf die Wertigkeit der Lebensmittel für den Körper – Weizenmehl zum Beispiel ist ja letztlich nur der Stärkekern des Korns, was natürlich nicht gerade nahrhaft ist.

Wie ist es so, wenn du für deinen YouTube-Kanal vor der
Kamera stehst?

Also anfangs war es schon komisch, sich selbst vor die Kamera zu stellen, und einfach drauflos zu sprechen. Ich versuche immer, nicht daran zu denken, wie viele Leute das jetzt potenziell sehen könnten. (lacht) Aber man gewöhnt sich daran und eigentlich ist es ja ein völlig geschützter Raum: Ich kann das Material schneiden, wie ich es möchte und sollte es mir gar nicht gefallen, dann drehe ich das Ganze halt noch einmal.

Und so stelle ich nur online, womit ich auch weitestgehend zufrieden bin.

Bekommst du trotzdem manchmal negatives Feedback?

Ja, natürlich – 12.000 Zuschauer gleich 12.000 Meinungen. Zu meinem letzten Video, in dem ich die fünf besten Produkte für Vegan-Anfänger empfehle, habe ich mir wirklich sehr lange Gedanken gemacht und viel Arbeit hineingesteckt. Und dann guckt sich einer das Video an und fegt in einem Kommentar alle meine Ideen mal eben so weg. Das beschäftigt mich dann teilweise schon den ganzen Tag über. Da muss ich noch lernen, Grenzen zu ziehen — letztendlich ist es ja meistens gar nicht so böse gemeint und ich versuche, das nicht mehr so nah an mich herankommen zu lassen.

Und es ist ja nicht so, als bekämst du nicht auch positive
Kommentare?!

Das stimmt. Bei diesem Beispiel sind es 31 Kommentare und davon ist nur dieser eine, der mich wirklich ärgert. Die anderen 30 sind super, das freut mich sehr! (lächelt)

Wie viel Aufwand macht denn ein YouTube-Video?

Kochvideos sind auf jeden Fall am aufwendigsten — allein, das man während des Kochens andauernd die Kamera neu positionieren muss und zwar auch dann, wenn die Hände total verklebt oder bemehlt sind. Und dann muss ich alles im Anschluss ganz schnell fotografieren, damit ich es auch noch warm essen kann. (lacht)

Das klingt herausfordernd. Dein Lebensgefährte isst Fleisch: gibt es da manchmal Schwierigkeiten?

Nein. lch würde zwar niemals Fleisch für ihn zubereiten, aber ich habe kein Problem damit, wenn dasselbe Geschirr benutzt wird — es wird ja danach abgewaschen. Und sofern die Wurst in unserem Kühlschrank luftdicht verpackt ist und keinen Geruch abgibt, ist das auch okay für mich.

lch finde es nur verwerflich, wenn sich jemand überhaupt keine Gedanken darüber macht, was er isst und woher es kommt. Aber wenn derjenige sagt, er möchte darauf ganz bewusst nicht verzichten, finde ich das total in Ordnung. Das ist ja bei Felix genauso. Es ist nicht meine Aufgabe, ihm jeden Morgen zu predigen, wie falsch das sei. Das muss jeder für sich selber entscheiden.

Kochst du mit Fleischersatz?

Nein, ich verwende generell kaum Ersatz-Produkte, außer ein paar Pflanzendrinks und meinen selbstgemachten kalten Hefeschmelz als Käse-Ersatz zum Überbacken. Da ich seit meiner Kindheit kein Fleisch esse – weil es mir auch wirklich nicht schmeckt – kann ich mich nicht vorstellen, eine Art Tofu- oder Seitan-Ersatz-Schnitzel zu essen. Dass viele das aber als Alternative konsumieren, kann ich definitiv verstehen und finde es auch gar nicht so schlecht.

Nun stehen ja bald die Festtage an: Wie kommst du denn
vegan durch die Weihnachtszeit?

Meine Mutter nimmt Rücksicht und fragt dann immer: ,,lsst du das denn noch?“ (lacht) Wir sprechen alles ab und dann esse ich meistens einfach die Beilagen. Damit bediene ich zwar ein Klischee, aber ich finde das total in Ordnung und esse das sehr gerne — mir fehlt da nichts. Die Alternative ist natürlich, einfach selbst einzuladen. Das haben wir vor einiger Zeit auch gemacht, dann bist du der Koch und die Anderen müssen essen, was auf den Tisch kommt. (lacht) Wenn man etwas Leckeres macht, dann vermissen die meisten omnivoren Gäste auch kein Fleisch.

Weitere lnforrnationen zu Sebastian und seinen leckeren Rezepten finden Sie unter:
www.ruhrpottvlog.com

 


 

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*Für dieses Projekt fand keine bezahlte Zusammenarbeit mit dem Veggie Journal statt und alle geäußerten Meinungen sind meine eigenen.

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